Thema: Kurzzeitbetreuung
Familien, die ihre Angehörigen mit Behinderungen zu Hause betreuen und pflegen, sind in ihrem Alltag häufig besonders herausgefordert. Die Kurzzeitbetreuung ist ein vorübergehender Aufenthalt in einer Einrichtung, die eine Betreuung rund um die Uhr anbietet. Sie schafft wertvolle Freiräume für die Betreuenden, aber auch einen Tapetenwechsel und ganz neue Erfahrungswelten für diejenigen, die sonst von ihren Eltern oder anderen Angehörigen im häuslichen Umfeld begleitet werden. Der Aufenthalt in der Kurzzeitbetreuung kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen dauern. Zur Sicherung und Unterstützung des familiären Umfeldes gewährt der LWL die Kurzzeitbetreuung für Menschen mit Behinderungen als Leistung der Sozialen Teilhabe.
Neben dem vorrangigen Ziel, Angehörige entlasten und die häuslichen Betreuungsressourcen erhalten, kann die Kurzzeitbetreuung auch greifen, wenn eine Betreuungsperson ausfällt. Durch das neue Umfeld haben die Kurzzeitgäste die Chance, neue Teilhabemöglichkeiten kennenzulernen und ihre Selbstständigkeit und ihre Selbstversorgungskompetenzen in einer professionellen Umgebung auszuprobieren. Die Mitarbeiten der Einrichtungen können die Gäste und ihre Familien außerdem zu zukünftigen Wohnmöglichkeiten beraten, falls sich beispielsweise die Umstände der Familie aufgrund des Alters oder der Gesundheit der betreuenden Angehörigen verändern könnte.
Angebote der Kurzzeitbetreuung für Erwachsene sind bisher dadurch geprägt, dass die einzelnen Plätze in den Wohngruppen der besonderen Wohnform „eingestreut“ sind. Nur ein kleiner Teil der aktuellen Plätze für Kurzzeitbetreuung für Erwachsene erbringen diese in einem eigens auf Kurzzeitbetreuung ausgerichteten Angebot. Die Form der Kurzzeitbetreuung, in der das Angebot personell und räumlich in Gänze auf Kurzzeit eingestellt ist, nennt man eine „solitäre“ Kurzzeitbetreuung.
Solitäre Angebote können die Betreuung der Nutzer:innen und der Angehörigen zielgerichteter durchführen, sich damit individueller auf die jeweiligen Bedarfe der Nutzer:innen ausrichten und die Ziele der Kurzzeitbetreuung dadurch besser erreichen. Sie werden erfahrungsgemäß durch die betreuenden Angehörige akzeptiert. Insbesondere Eltern, für die die besondere Wohnform noch keine Alternative darstellt, haben weniger Vorbehalte, ihre erwachsenen Kinder einem spezialisierten, auf eine Betreuung während des Urlaubs oder dem Wochenende eingestelltem Angebot anzuvertrauen.